DIE IRISDIAGNOSE

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Die Augen lassen den Charakter eines Menschen erkennen, das sagten schon die alten Chinesen und später die Philosophen im antiken Griechenland. Dass sich die Beschaffenheit der Augen, besonders der Iris oder Regenbogenhaut, auch verändern kann, erkannte der im 19. Jhdt. lebende ungarische Arzt Ignaz von Péczely, der als Begründer der „neuzeitlichen Irisdiagnose“ gilt.

Die Irisdiagnose geht davon aus, dass sich das Innere des Menschen im Auge widerspiegelt, ähnlich wie beim Ohr, bei den Händen oder bei den Füßen. Ein Großteil der Wissenschaftler bezeichnet die Irisdiagnose deshalb als Humbug. Vielleicht sollten sich die Kritiker der Irisdiagnose einem Teilgebiet der Mathematik zuwenden, nämlich der fraktalen Geometrie. Fraktale sind demnach Gebilde, bei denen sich verschiedene große Teilgebilde bei entsprechender Vergrößerung bzw. Verkleinerung ähneln.

Zusätzlich weiß man aus einem medizinischen Teilbereich, nämlich der Embryologie, dass sich die Iris bei der Entwicklung des Embryos im Mutterleib aus einer Ausstülpung des Zwischenhirns bildet und sich somit als der einzige von außen sichtbare Teil des Gehirns darstellt. Im Zwischenhirn liegen Zentren des vegetativen Nervensystems, die für Informationsaustausch, Steuerung und Funktion der Organe zuständig sind. Vom Zwischenhirn aus werden Informationen über Nervenbahnen zur Iris weitergeleitet und „zeichnen“ diese. Auf diese Weise hinterlassen organische Störungen Zeichen in der Iris und werden für den aufmerksamen Beobachter sichtbar.

Weniger spekulativ, aber sehr effektiv ist die Möglichkeit, das Bindegewebe direkt zu betrachten. Die Iris wird nämlich in der embryonalen Entwicklung aus dem gleichen Ausgangsgewebe wie das Bindegewebe aufgebaut und ist der einzige Ort im Körper, an dem man das Bindegewebe offen betrachten kann, ohne die sonst überall vorhandene Hautschicht.

Die Kenntnis um die Beschaffenheit des Bindegewebes ist meines Erachtens absolut notwendig um etwaigen Krankheiten vorbeugen zu können. In der traditionellen europäischen Medizin dient die Augendiagnose in erster Linie der Erkennung des Konstitutionstypen.

Leider ist die klassische Irisdiagnose, oder besser gesagt, sind die Irisdiagnostiker nicht fehlerfrei. Die Irisdiagnose zu beherrschen bedeutet ein Leben lang zu lernen und genau zu beobachten. Winzige Abweichungen in der Topographie, also in der genauen sektorischen Organzugehörigkeit innerhalb der Iris, können völlig andere Diagnosen bedeuten. Deshalb ist es wichtig, eine eventuelle Diagnose, die z.B. in Deutschland nur Heilpraktiker und Ärzte machen dürfen, durch ein zusätzliches anderes Diagnoseverfahren abzusichern.

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