Altes Wissen – Neu Erleben – 1

ALTES WISSEN – NEU ERLEBEN
4. April 2007

Ursprünge der Kräuterheilkunde

Ein besonders inniges Verhältnis zur Natur mit ihren Eigenheiten und Besonderheiten hat mich schon mein ganzes Leben begleitet. Dass man aber die Natur nur dann versteht, wenn man sie intensiv beobachtet und nicht nur intellektuell analysiert, diese Erkenntnis hat sich in den letzten Jahren für mich verstärkt.
Schon vor 5000 Jahren schrieb man in China das erste Heilpflanzenbuch, in einer Zeit, wo in Europa die Menschen gerade erst sesshaft wurden. Später, ca. 800 vor Chr., wurde in Indien das Buch vom Ayurveda (Lehre vom langen Leben) geschrieben. In Europa wurden die Pflanzen damals noch als Grabbeigaben und als Opfer für die Geister verwendet. Erst im antiken Griechenland wurden Kräuter dann direkt für Heilungen verwendet. Einer der berühmtesten Ärzte war damals, 400 vor Chr., Hippokrates, auf den die Ärzte heute noch ihren Standeseid leisten. Er übernahm die Lehre der 4 Elemente Feuer, Luft, Wasser, Erde, woraus 500 Jahre später die Konstitutionstypen entstanden: Choleriker (Feuer), Sanguiniker (Luft), Phlegmatiker (Wasser), Melancholiker (Erde)! Über das römische Reich gelangte dieses Wissen in große Teile Europas, verschmolz mitunter mit der Kultur der Kelten und anderer Völker und hat sich großteils bis heute als so genannte Volksmedizin, besonders im Mühl- und Waldviertel und in den Alpenregionen erhalten.
Zu Beginn der Neuzeit setzte Paracelsus, der berühmte Arzt, mit seiner Signaturenlehre neue Maßstäbe. Demnach lässt die Eigenheit einer Pflanze wie Aussehen, Geschmack, Farbe, Geruch, Lebensdauer, planetarische Zugehörigkeit, Standort usw. auf ihre Heilwirkung schließen. So setzte er z.B. das Lungenkraut aufgrund seiner Ähnlichkeit mit menschlichem Lungengewebe für Lungenkrankheiten, das Leberblümchen für Leberkrankheiten oder die Walnuss als Hirnnahrung ein. Diese Theorie wird in der Homöopathie als  selbstverständlich betrachtet (similia similibus curentur = Ähnliches mit Ähnlichem heilen).
In der modernen, konventionellen Forschung wird die Signaturenlehre leider belächelt, weil dieses analoge Denken zu banal erscheint.
Die Signaturenlehre und das Wissen über Heilkräuter wieder in unseren Kulturkreis zurückzuführen, betrachte ich als eine wichtige persönliche Aufgabe.